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ONLINESAMMLUNG

Russischer Kriegsgefangener, um 1916

Leopold Museum,
Wien
Öl auf Karton
46,4×38,5 cm

Künstler*innen

  • Anton Kolig

    (Neutitschein/Nový Jičín 1886–1950 Nötsch im Gailtal)

Leider derzeit nicht ausgestellt
Anton Kolig (1886–1950) wurde zwar erst im August 1917 offiziell Kriegsmaler, verbrachte aber schon den Herbst 1916 in der Kunstgruppe der 59. Gebirgsbrigade in Kärnten. Er wusste zwar, dass seine Themen, bis auf die Porträts, nicht geeignet waren, Propaganda für den Krieg zu machen. In der Hoffnung, auf taugliche Motive zu stoßen, füllte er jedoch „ein Skizzenbuch voll Zeichnungen nach Soldatenmodellen“. Ihm war klar, dass er auch damit nicht den Geschmack seiner Vorgesetzten traf: „Jeder der Herren will etwas anderes, keiner Kunst“, lautete sein Resümee. Im Gefangenenlager der Serben in Villach fand er schließlich Motive, die ihn begeisterten. Es entstand eine Serie verschiedener Gefangenentypen und spontan gemalter Porträts, welche die große malerische Sicherheit Koligs belegt. Melancholisch und mit geknicktem Selbstwertgefühl scheint der in Kriegsgefangenschaft geratene serbische Soldat den Blickkontakt mit dem Maler zu vermeiden. Kolig konzentriert sich ganz auf dessen Gesicht und deutet Hintergrund und Uniform nur mit wenig Strichen an. Auffällig ist, dass in seinen Porträts der Gefangenen mehr Emotionen deutlich werden als bei den meist neutral dargestellten österreichischen Soldaten und Offizieren.

Objektdaten

Künstler*in​/Autor*in
Titel
Russischer Kriegsgefangener
Datierung
um 1916
Kunst­strömung
Expressionismus, Nötscher Kreis
Kategorie
Gemälde
Material​/Technik
Öl auf Karton
Maße
46,4×38,5 cm
Nennung
Leopold Museum, Wien, Inv. 182
Inventar­zugang
Eingebracht in die Leopold Museum-Privatstiftung 1994
Literatur­auswahl
  • Anton Kolig, hrsg. von Hans-Peter Wipplinger, Köln 2017 (Ausst.-Kat. Leopold Museum, Wien, 22.09.2017-08.01.2018).
  • Otmar Rychlik: Anton Kolig 1886-1950. Das malerische Werk, Wien 2001.
Werk­verzeichnis
  • Rychlik 2001: 89
Schlag­wörter

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Provenienz

Provenienzforschung
im Leopold Museum i

Nachlass Anton Kolig, Nötsch (1950)
Katharina Kolig, Nötsch (ab 1950-1971); (1)
Antoinette Steiger, Spittal an der Drau (ab 1971); (2)
Dr. Rudolf Leopold, Wien (vor 1981-1994); (3)
Leopold Museum-Privatstiftung, Wien (1994).

  1. Archiv des Leopold Museums, E-Mail von Cornelius Kolig an Dr. Franz Smola (LMPS) vom 27.02.2017
  2. Mündliche Auskunft von Dr. Rudolf Leopold an Dr. Patricia Spiegelfeld (LMPS) vom 06.11.2003
  3. Archiv des Leopold Museums, Schreiben der Kärntner Landesgalerie an Dr. Rudolf Leopold vom 04.03.1981 (dort bezeichnet als „Kopf eines Soldaten“)

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