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ONLINESAMMLUNG

„Tote Stadt“ III („Stadt am blauen Fluss“ III), 1911

Leopold Museum,
Wien
Öl, Deckfarbe auf Holz
37,3×29,8 cm

Künstler*innen

  • Egon Schiele

    (Tulln 1890–1918 Wien)

Derzeit ausgestellt im OG3
Das Motiv der Toten Stadt taucht erstmals 1910 im Zusammenhang mit Egon Schieles (1890–1918) erstem längerem Aufenthalt in Český Krumlov/Krumau auf, wo er den Sommer mit seinen Freunden Erwin Osen (1891–1970) und Anton Peschka (1885–1940) verbringt. Die Geburtsstadt seiner Mutter mit ihrem mittelalterlichen Gepräge sollte wie keine zweite Stadt Eingang in sein künstlerisches Œuvre finden. Das vorliegende kleinformatige Tafelbild aus dem Jahr 1911 bezeichnete der Künstler als das „Ernstfarbigste“; tatsächlich ist die Farbpalette reduziert, die dunklen Erdtöne der Dächer überwuchern moosartig die fahlweißen Hausmauern und brechen erst an der kühlen, blauschwarzen Wasserfläche, die das Häuserensemble umfängt. Motivisch greift Schiele auf die gewachsene Struktur der dicht aneinandergedrängten Gebäude am Moldaubogen zurück, als Blickpunkt wählt er das höher gelegene Schlossplateau. Das verdichtete Konglomerat liegt verlassen da, die wenigen Spuren menschlicher Benutzung wie die Wäsche an der Leine lassen die Abwesenheit von Personen noch stärker in den Vordergrund treten. Die Tote Stadt wird zum Sinnbild von Einsamkeit und Isolation.

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Objektdaten

Künstler*in​/Autor*in
  • Egon Schiele
Titel
„Tote Stadt“ III („Stadt am blauen Fluss“ III)
Datierung
1911
Kunst­strömung
Expressionismus
Kategorie
Gemälde
Material​/Technik
Öl, Deckfarbe auf Holz
Maße
37,3×29,8 cm
Signatur
Sign. u. dat. re. o.: EGON SCHIELE 1911
Nennung
Leopold Museum, Wien, Inv. 460
Inventar­zugang
Eingebracht in die Leopold Museum-Privatstiftung 1994
Literatur­auswahl
  • Rudolf Leopold: Egon Schiele. Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen, hrsg. von Elisabeth Leopold, München 2020.
  • Tobias Natter: Egon Schiele, Sämtliche Gemälde 1909-1918, Köln 2017.
  • Wally Neuzil. Ihr Leben mit Egon Schiele, hrsg. von Diethard Leopold/Stephan Pumberger u.a., Wien 2015 (Ausst.-Kat. Leopold Museum, Wien, 27.02.2015-01.06.2015).
  • Egon Schiele. Melancholie und Provokation, hrsg. von Elisabeth/Diethard Leopold, Wien 2011 (Ausst.-Kat. Leopold Museum, Wien, 23.09.2011–19.04.2012).
  • Edvard Munch und das Unheimliche, hrsg. von Michael Fuhr, Wien 2009/2010 (Ausst.-Kat. Leopold Museum, Wien, 16.10.2009-18.01.2010).
  • Der Lyriker Egon Schiele. Briefe und Gedichte 1910–1912 aus der Sammlung Leopold, hrsg. von Rudolf Leopold/Elisabeth Leopold, München 2008.
  • Egon Schiele Landschaften, hrsg. von Rudolf Leopold, München u.a. 2004 (Ausst. Kat. Leopold Museum, Wien, 17.09.2004-31.01.2005).
  • Jane Kallir: Egon Schiele - The complete works. Expanded edition including a biography and a catalogue raisonné, New York 1998.
  • Otto Kallir: Egon Schiele. Oeuvre Catalogue of the Paintings, New York 1966.
  • Otto Nirenstein: Egon Schiele. Persönlichkeit und Werk, Berlin 1930.
Werk­verzeichnis
  • J. Kallir 1990/1998: P213
  • Leopold 1972/2020: 182
  • Natter 2017: 69
  • O. Kallir 1966: 140
  • O. Kallir (Nirenstein) 1930: 94
Schlag­wörter

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Provenienz

Provenienzforschung
im Leopold Museum i

Arthur Rössler (vor 1918); (1)
Alfred Spitzer, Wien (o.D.); (2)
Franz Friedrich Grünbaum, Wien (vor 1928-1939); (3)
Mathilde Lukacs, Brüssel (o.D.);
Klipstein & Kornfeld, Bern (1956);
Galerie St. Etienne (Otto Kallir), New York (1956-1958);
Dr. Rudolf Leopold, Wien (1958-1994); (4)
Leopold Museum-Privatstiftung, Wien (1994).

  1. Jane Kallir, Egon Schiele. The Complete Works, New York 1998, S. 305, Nr. 213.
  2. Tobias Natter, Die Welt von Klimt, Schiele und Kokoschka, Wien 2003, S. 224-233
  3. Sonja Niederacher, Fritz Grünbaum, Dossier vom 30.06.2010, S. 62; ÖStA, AdR, Ent.-u. ReAng., VVSt, VA 44.614, Fritz Grünbaum
  4. Niederacher, Grünbaum, S. 62f.; Diethard Leopold, Rudolf Leopold - Kunstsammler, Wien 2003, S. 92-95

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