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ONLINESAMMLUNG

„Notausgänge der Ehe“, 1923

Leopold Museum,
Wien © KARL HUBBUCH STIFTUNG/Städtische Galerie Karlsruhe 2023
Radierung auf Papier
49,7×47 cm

Künstler*innen

  • Karl Hubbuch

    (Karlsruhe 1891–1979 Karlsruhe)

Leider derzeit nicht ausgestellt
Grotesk, mysteriös und seltsam ist der an ein surreales Theatertableau erinnernde Figurenreigen des aus Karlsruhe stammenden Grafikers und Malers Karl Hubbuch (1891–1979) in dem Bild mit dem kurios anmutenden Titel Notausgänge der Ehe, den er in einer komplexen Raumstruktur verortet. Wie Archetypen setzt Hubbuch die mit dem feinzackigen, exakten Strich seiner Radierung dargestellten Personen in kleinen Gruppen in Dialog zueinander und schildert, in einer Überschneidung der Zeitebenen, die Verwerfungen zwischenmenschlicher Beziehungen und die scheinbare Unmöglichkeit aufrichtiger Liebe. In unterschiedlichen Posen sehen wir: nackt lagernde Frauenfiguren, manche schütter bekleidet, die willenlose Männer zu umgarnen suchen; ein schreitendes bieder-bürgerliches Paar; einen Anzugträger mit Hut und eine Nackte in sinnlich-verschlingendem Kuss vereint. Mit dem Blick für eindringliche Details und spürbarer Lust an der Schilderung breitet Hubbuch auf brückenartigen Stegen, Rampen, Treppen und Balustraden sein Kaleidoskop schonungsloser, karikierender Erzählung aus. Der Maler gilt als einer der wichtigsten Vertreter der neusachlichen Kunst in Deutschland. Mit der Machtergreifung der Nationalsozialisten 1933 wird Hubbuch von seinem Amt als Akademieprofessor enthoben und muss sich bis 1947 mit Gelegenheitsarbeiten durchschlagen.

Objektdaten

Künstler*in​/Autor*in
  • Karl Hubbuch
Titel
„Notausgänge der Ehe“
Datierung
1923
Kunst­strömung
Neue Sachlichkeit
Kategorie
Grafik
Material​/Technik
Radierung auf Papier
Maße
49,7×47 cm
Signatur
Sign. u. dat. re. u.: Hubbuch 23; bez. li. u.: 12./25 Notausgänge der Ehe
Nennung
Privatbesitz Wien
Literatur­auswahl
  • Deutsche Expressionisten. Mit Meisterwerken aus der Sammlung Thyssen-Bornemisza, hrsg. von Rudolf Leopold/Michael Fuhr, Wien 2006 (Ausst.-Kat. Leopold Museum, Wien, 28.09.2006-10.01.2007).
Schlag­wörter

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Provenienz

Provenienzforschung
im Leopold Museum i

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