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ONLINESAMMLUNG

Letzter Totentanz 1809, 1921

Leopold Museum,
Wien
Öl auf Leinwand
128,8×152,5 cm

Künstler*innen

  • Albin Egger-Lienz

    (Stribach 1868–1926 St. Justina)

Derzeit ausgestellt im EG
Im Ersten Weltkrieg speiste sich der Patriotismus auch und vor allem aus den Verlusten. Kampfhandlungen einzustellen, hätte aus der Sicht vieler bedeutet, die Opfer überflüssig erscheinen zu lassen, ja einen Verrat an den Gefallenen zu begehen. Man kämpfte also immer weiter und ließ den Ersten Weltkrieg zur Menschheitskatastrophe werden. Albin Egger-Lienz (1868–1926) schwankte zwischen patriotischer Begeisterung und radikaler Ablehnung des Krieges. Nach Kriegsende entstanden ausdrucksstarke Anklagebilder, darunter auch die vierte Version seines Totentanzes. Der Zug der Bauern wird vom Tod angeführt und damit zu einem monumentalen Symbol der Vergänglichkeit. Während der Letzte der Reihe einen wehmütigen Blick zurückwirft, scheinen die anderen dem Tod mehr oder weniger willenlos zu folgen, als wären sie ihm schon „geweiht“. Damit ist dieses Gemälde ein Sammelpunkt der Lebensthemen von Egger-Lienz, dessen Werke sich immer wieder um die Fragen von Werden und Vergehen, von Diesseits und Jenseits sowie um die Schicksalsergebenheit im Kreislauf des Lebens drehten.

Genauer betrachtet

Das Kunstwerk erklärt von
Kunstvermittlerin Regina Reisinger

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Objektdaten

Künstler*in​/Autor*in
  • Albin Egger-Lienz
Titel
Letzter Totentanz 1809
Datierung
1921
Kunst­strömung
Expressionismus
Kategorie
Gemälde
Material​/Technik
Öl auf Leinwand
Maße
128,8×152,5 cm
Signatur
Sign. u. dat. re. u.: Egger Lienz 1921
Nennung
Privatsammlung
Literatur­auswahl
  • Wien 1900. Aufbruch in die Moderne, hrsg. von Hans-Peter Wipplinger, Wien 2019 (Ausst.-Kat. Leopold Museum, Wien, ab 15.03.2019).
  • Albin Egger-Lienz: 1868-1926, hrsg. von Gert Ammann/Michael Fuhr, Wien 2008 (Ausst.-Kat. Leopold Museum, Wien, 15.02.2008–29.05.2008).
  • Wilfried Kirschl: Albin Egger-Lienz: 1868-1926; das Gesamtwerk; [Monographie in zwei Bänden], Wien 1996.
Werk­verzeichnis
  • Kirschl 1996: M 519
Schlag­wörter

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Provenienz

Provenienzforschung
im Leopold Museum i

Nachlass Albin Egger-Lienz, St. Justina bei Bozen, Italien (1926);
Laura Egger-Lienz, Wien (1926-1930);
Privatbesitz, Steyr (ab 1930); (1)
Dr. Rudolf Leopold, Wien (o.D. - 2010)

  1. Wilfried Kirschl, Albin Egger-Lienz: 1868-1926. Das Gesamtwerk, Wien 1996, S. 561, M 519

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