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ONLINESAMMLUNG

„Das unheimliche Buch. Die Pest in Bergamo“, 1914

Leopold Museum,
Wien
Tusche, Feder und Aquarell auf Katasterpapier
31,5×19,5 cm

Künstler*innen

  • Alfred Kubin

    (Leitmeritz 1877–1959 Zwickledt)

Leider derzeit nicht ausgestellt
Beinahe beschaulich wirkt die steil ansteigende, von mittelalterlichen Häusern gesäumte Straße inmitten der norditalienischen Stadt Bergamo. Wären da nicht die nackten Leiber der Toten mitten auf den Pflastersteinen. Dazwischen streunende Hunde. Und unzählige Aaskrähen, die über der lautlos wie eingefroren wirkenden Ansiedelung kreisen oder auf den Leichen hocken. Auf der rechten Seite ein Patrizierhaus mit vorkragendem Dach und markanter Regenrinne. Der Blick klettert hinauf, gleitet bis an die drei schräg die Steigung markierenden Arkadenbögen. Dahinter stehen dicht zusammengeduckt weitere mittelalterliche Steinhäuser. Die Hell-Dunkel-Kontraste und das hart einfallende Licht, das Fassaden und in grellen Streifen Teile des grauenhaften Geschehens in den engen Straßenschluchten aus der dominierenden fahlen Dunkelheit heraushebt, verstärken die Angst einflößende Atmosphäre. Mit verdichteten Tusche-Federstrichen und mit Aquarellfarbe zart koloriert, illustriert Alfred Kubin (1877–1959) eine der beklemmenden Szenen aus Jens Peter Jacobsens (1847–1885) Novelle Die Pest in Bergamo von 1914. Inhalt ist jene Pandemie, der um die Mitte des 14. Jahrhunderts innerhalb weniger Jahre ein Drittel der Bevölkerung Europas zum Opfer gefallen war und die in Bergamo bereits damals unheilvoll gewütet hatte.

Objektdaten

Künstler*in​/Autor*in
  • Alfred Kubin
Titel
„Das unheimliche Buch. Die Pest in Bergamo“
Datierung
1914
Kunst­strömung
Symbolismus
Kategorie
Grafik
Material​/Technik
Tusche, Feder und Aquarell auf Katasterpapier
Maße
31,5×19,5 cm
Signatur
Sign. re. u.: AKubin; bez. li. u.: Das unheimliche Buch. Die Pest in Bergamo
Nennung
Leopold Museum, Wien, Inv. 902
Inventar­zugang
Eingebracht in die Leopold Museum-Privatstiftung 1994
Schlag­wörter

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Provenienz

Provenienzforschung
im Leopold Museum i
Dr. Rudolf Leopold, Wien (o.D.);
Leopold Museum-Privatstiftung, Wien (1994).

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